Arbeitsglück

Seitdem ich diese Woche krankheitsbedingt im Bett liege, und nichts Produktives tun kann, fällt mir noch einmal mehr auf: ich liebe meinen Job! Jeden Abend gehe ich ins Bett und hoffe, dass es mir am nächsten Morgen besser geht, damit ich wieder zur Arbeit kann, schließlich möchte ich nichts verpassen. Ich wage zu behaupten, dass das nicht viele Menschen von sich sagen können. Einen Arbeitsplatz zu haben, bei dem man sich montags nicht denkt “oh nein, es ist Montag!”, sondern “juhu, es ist Montag!” Vielleicht ist es noch die anfängliche Euphorie über meinen neuen Job und die neue Stadt, schließlich bin ich erst seit drei Monaten hier. Und wahrscheinlich wird es in Zukunft Tage geben, an denen ich mir wünsche, dass ich ausschlafen könnte, statt zur Arbeit zu gehen. Aber nichts desto trotz ist es gerade so, dass ich die Tage und Stunden zähle, bis der Fieber verfliegt und ich endlich wieder ins Büro kann, dabei bin ich gerade mal seit drei Tagen ausgeknockt.

Aber darf man das überhaupt? Die Arbeit mögen? Gerne zur Arbeit gehen? Vorgestern habe ich zum einschlafen eine Folge meiner Lieblingssitcom The King of Queens geschaut. In der Folge ist Doug sauer auf seine Ehefrau Carrie, weil sie einen neuen Job hat, der ihr gefällt und zu dem sie gerne geht. “Es ist nicht natürlich seine Arbeit zu mögen”, sagt Doug an einer Stelle. Auch wenn die Serie nur Fiktion ist, spiegelt sie ziemlich gut das wider, was auch in der Realität oft der Fall ist: Unzufrieden mit dem Leben und vor allem der Arbeit zu sein, findet mehr soziale Akzeptanz als wenn stolz behauptet werden kann, dass man glücklich und zufrieden mit seinem Job ist. Sätze wie “Nach ein paar Jahren wirst du deine Arbeit nicht mehr mögen” und “Was stimmt nicht mit dir, wie kann man freiwillig gerne zur Arbeit gehen?” höre ich oft, wenn ich erwähne, dass ich meinen Job liebe.

Ich frage mich, warum das so ist? Wieso ist es so schwer zu glauben, dass es Menschen gibt, die glücklich sind, mit dem was sie machen. Wieso ist es so schwer sich einfach für diese Menschen zu freuen, statt sie runterzuziehen? Vielleicht ist es Neid, der Ärger über das eigene Leben, oder aber auch einfach Missgunst. Eine klare Antwort kann ich auf diese Frage nicht geben, aber eins ist klar: jeder, der mit seiner Arbeit – und seinem Leben generell – glücklich ist, hat mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schwer dafür gearbeitet und hat es verdient. Ich werde auf jeden Fall weiterhin stolz darauf sein, dass ich jeden Morgen mit einem Lächeln aufstehe und mich nach einem langen Arbeitstag mit einem Lächeln wieder hinlegen kann.

Die Bilder zu diesem Text sind in einer meiner letzten Wochen in Frankfurt entstanden. Ich war aufgeregt und gespannt auf den neuen Lebensabschnitt der mich erwartet, wusste aber nicht, ob ich ganz alleine in einer neuen Stadt glücklich sein würde. Jetzt, fast vier Monate später kann ich sagen: Ja, ich bin es. Mehr als ich mir jemals hätte vorstellen können.

pictures by lisa mittelstaedt photography

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6 Discussions on
“Arbeitsglück”
  • Oh meine liebe Wakila, das freut mich ja so, so sehr zu lesen! Genau ist doch das, was sich Millionen von Menschen wünschen – eine Aufgabe, die sie erfüllt, die ihnen Spaß macht, die sie gern aufstehen lässt! Es freut mich so, dass du diesen gefunden hast und ich wünsche mir, dass sich das auch nie ändern wird – oder falls das mal der Fall sein wird, dass du dann etwas Neues findest, was dich genau so glücklich macht! 🙂

    Schön auch, dass du dich schon so gut eingelebt hast – ich kenne das so gut, man macht sich so unheimlich viele Sorgen und am Ende wird alles gut. Hoffentlich sehen wir uns mal bald wieder! 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Tina

  • Es ist echt toll, wenn man es schafft den geeigneten Job/ Studiengang zu finden, mit dem man auch zufrieden ist. 🙂 Ich finde es schön, dass es auch zufriedene Menschen gibt und Arbeit keine Qual bedeuten muss.

    Liebe Grüße, Maren

  • Tolles Outfit! 🙂
    Ich finde es ehrlich gesagt sehr wichtig, dass man gerne arbeitet! Dann empfindet man auch kein Stressgefühl, wenn das Wochenende vorüber ist und ich glaube auch, dass das Leben viel einfacher fällt.
    Mit nem tollen Job strahlt man und freut sich diesen Beruf ausüben zu dürfen!
    Ich fange nächstes Jahr meine Ausbildung an und arbeite zur Zeit als Aushilfe und auch wenn es nur ein Aushilfsjob ist, mache ich es total gerne! Ich habe nette Kollegen, eine Menge Spaß und ich freue mich immer wieder darauf zur Arbeit zu fahren! So muss das sein! 🙂
    Liebe Grüße Sarah <3

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