Diversity Month | Kente Look

Dieser Diversity Month Beitrag ist von der liebsten Ama von Phuck It Fashion, einer meiner absoluten Liebligensblogs! Dieses mal geht es um wunderschöne Kleidung aus Ghana, und darum, wie es ist, als dunkelhäutiges Mädchen in Deutschland aufzuwachsen.
Unter dem Post findet ihr alle Links zu Ama’s Social Medias; schaut euch ihren tollen Blog auf jeden Fall an!
Vor fast 17 Jahren, als meine Eltern komplett die Nase voll hatten eine Fernbeziehung über zwei Kontinente zu führen, packte meine Mutter meinen kleinen Bruder und mich ein und flog mit uns nach Deutschland. 
Wurde ich früher gefragt, welches Land ich eher als meine Heimat sehe, Deutschland oder Ghana, war die Antwort in meinem Kopf sofort klar: eher Deutschland; dennoch antwortete ich immer wieder Ghana. Wieso? Weil egal wie sehr ich mich an das Leben hier und diese Kultur gewöhnt hatte und lebte, man mich immer wieder spüren ließ ( und lässt ) das ich anders aussehe, ob nun auf positive oder negative Art und Weise. Früher, vermehrt auf eine negative Art und Weise, ob es das N* Wort war oder die typischen Vergleiche mit Affen. Mittlerweile kommt das aber glücklicherweise kaum vor, und auch wenn, lässt es mich total kalt. Denn Menschen mit solchen Ansichten sind es nicht Wert meine Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen.
Als Kind bzw. Teenie hat mich das jedoch total fertig gemacht. Also habe ich versucht “weißer” zu sein. Die krausen/ lockigen Haare wurden mit Relaxer ( eine praktisch reine Chemie Bombe ) geglättet, da sie in ihrer natürlichen Form vor allem von Jungs/ Männern als absolut unattraktiv gesehen wurden. Sogar heute muss man sich von manchen Leuten noch anhören, dass man mit diesen “Gambo Haaren” niemals einen Mann finden wird. Unsere bunte traditionelle Kleidung fand ich plötzlich total komisch und uncool, weil das ja alle dachten und leider Gottes versuchte man die Hautfarbe aufzuhellen, denn dunkel zu sein war ja hässlich und das wurde dir von allen Seiten deutlich gemacht. Sogar und besonders von eigenen Landsmännern- und Frauen.
Im großen und ganzen also absoluter Bockmist, entstanden durch ein leider nicht vorhanden gewesenes Selbstbewusstsein.
In meinen Teenie Jahren kam dann ( Gott sei Dank ) die Wende. Es kam zu einem Bruch in der afrikanischen und westlichen Gesellschaft, denn schwarz zu sein war plötzlich cool. Seine natürlichen Löckchen wachsen zu lassen total IN. Auch fing ich an mich in anderen Kreisen zu bewegen. Ich war plötzlich DAS hübsche dunkelhäutige Mädchen mit der wunderschön nach Schokolade aussehenden Hautfarbe, was ich bis dato nicht allzu oft gehört hatte. Mein Selbstbewusstsein stieg immens, ich fing an mich mehr mit meiner Kultur auseinander zu setzen und verliebte mich neu in mein Land, meine Kultur und vor allem in mich selbst. 
Genau deshalb möchte ich euch heute die traditionelle Kleidung Ghanas vorstellen. Die Kleidung, bestehend aus einem Oberteil und Rock, die ich hier trage nennt man Kente. Ihren Ursprung hat sie im Ashanti Königreich, wo sie hauptsächlich von Königen und Häuptlingen getragen wurden die ihren Reichtum und ihre Macht darstellten wollten. Charakteristisch für die Stoffe sind die verschiedenen knallbunten Farben und geometrischen Muster aus Linien und Quadraten, ebenso wie manchmal sehr verrückte Designs.
Dieses Design hat mir meine Mutter letzte Woche aus Ghana mitgebracht und auch wenn ich normalerweise nicht gerade oft Farben trage, lieeeeebe ich jeden einzelnen Zentimeter dieses Oufits. Ich liebe die Farben, den Schnitt und einfach die Exotik die sie ausstrahlt.
Wenn mich heute Leute fragen zu welcher Kultur bzw. zu welchem Land ich mich mehr hingezogen fühle, kann ich vollkommen ehrlich antworten, dass es beide Ländern sind. Denn auch wenn Ghana mein Herkunftsland ist und ich dieses Land liebe, ist und wird Deutschland immer meine Heimat bleiben. 
8 Discussions on
“Diversity Month | Kente Look”
  • Was für ein toller Text, danke dafür (und danke Wakila, dass du Ama hier Platz zum Schreiben gegeben hast!).
    Ich finde es total schade zu hören, dass du sogar dachtest, du müsstest etwas an deinen Haaren oder deiner Hautfarbe ändern, du bist nämlich wirklich richtig schön und hast sowas absolut nicht nötig.
    Umso mehr freut es mich, dass du dir sowas mittlerweile nicht mehr gefallen lässt, denn du hast Recht: Solche Menschen sind es einfach nicht Wert. Punkt.

    Habe dich auch gleich mal auf Instagram abonniert und schaue gleich mal auf deinem Blog vorbei!

    Liebe Grüße,
    Julia

  • Toller Post und sehr schön geschrieben! Es tut mir Leid zu hören, dass dir so Vieles widerfahren ist aber es ist schön zu lesen, dass du diesen Teufelskreis durchbrochen hast. Es ist mir immer noch ein Rätsel, wieso den Kinder vermittelt wird, dass exotisch sein schlecht ist… Ich hoffe, dass viele junge Mädchen das hier lesen und verstehen, dass an ihnen gar nichts komisch ist! X, Leisy

    • Vielen lieben Dank! 🙂 Rückblickend waren es nicht die tollsten Erfahrungen, aber sie haben mich letzten Endes zu der Person gemacht die ich heute bin 🙂 Ich hoffe auch, dass das so viele Mädchen wie möglich lesen <3

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